Freitag, 27. Februar 2015

Auf dem wirklichen Dach der Welt



Wer bis heute geglaubt hat, der Mount Everest sei der höchste Berg der Erde (wir gehörten bis zur Zeit unserer Reisevorbereitung auch dazu), der darf sich nicht mit dem Mauna Kea anlegen. Der Mauna Kea ist  mit 4205m der höchste Vulkan der Weltmeere. Und da er bereits auf dem Meeresgrund beginnt und bis zur Meeresoberfläche schon eine Höhe von über 6 km aufweist, ergibt seine Gesamthöhe mehr als 10 000m. (Wissenschaftler schätzen seine gesamte Höhe sogar zum Teil auf 17 000m, da er aufgrund seines Gewichtes in den Meeresboden einsackt, aber das sind nur Vermutungen).
Er zählt zu den „schlafenden“ Vulkanen, was so viel bedeutet, dass er seit ca. 4000 Jahren nicht mehr ausgebrochen ist. Da so eine Ruhephase eines Vulkanes aber schon mal so um die 4500 Jahre andauern kann, gilt er im wissenschaftlichen Sinn noch nicht als erloschener Vulkan. 
Für die traditionell hawaiianische Spiritualität gilt der Gipfel als einer der heiligsten Orte überhaupt, weshalb einige Gipfelpfade auch nicht betreten werden dürfen. Darüber hinaus ist er der wichtigste Ort für die moderne Astronomie. Auf dem Gipfel befindet sich die weltweit größte Ansammlung riesiger Observatorien aus 12 verschiedenen Nationen der Erde, die zusammen die größte Sternwarte der Welt bilden.
 
Der Gipfel des Manua Keas und einige der Observatorien
Zum Glück kann man den Pfad mit einem Allrad-Jeep hinauffahren, sodass wir innerhalb von ca. einer Stunde die 4000 Höhenmeter überwinden konnten, um den Sonnenuntergang zu schauen (wie wir es uns zumindest vorgenommen hatten). Aber wie das im Leben ab und zu so ist: man kann nicht immer Glück haben (und ich würde behaupten, bisher hatten wir recht viel). Es war demnach ziemlich bewölkt und wir konnten nicht so viel sehen wie erhofft. Aber schön war es trotzdem!


Innerhalb von kürzester Zeit vom Bikini in die Wintersachen: frostige 2°C und eisiger Wind herrschten auf dem Gipfel

Im Visitor Center auf knapp 2800m Höhe werden jeden Abend nach Einbruch der Dunkelheit Teleskope ausgerichtet. Hier konnten wir dann am späten Abend den Mond, den Jupiter mit 4 seiner Monde (er hat insgesamt 67 Monde) und ein Sternbild sehen. Mehr war aufgrund der Bewölkung leider nicht drin, aber selbst das war schon beeindruckend. Und da seit der Ankunft auf Big Island sowieso nur noch geografisches Herzrasen angesagt ist, hat das auch völlig gereicht!

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