Wer bis heute geglaubt hat, der Mount Everest sei der
höchste Berg der Erde (wir gehörten bis zur Zeit unserer Reisevorbereitung
auch dazu), der darf sich nicht mit dem Mauna Kea anlegen. Der Mauna Kea
ist mit 4205m der höchste Vulkan der
Weltmeere. Und da er bereits auf dem Meeresgrund beginnt und bis zur
Meeresoberfläche schon eine Höhe von über 6 km aufweist, ergibt seine
Gesamthöhe mehr als 10 000m. (Wissenschaftler schätzen seine gesamte Höhe sogar
zum Teil auf 17 000m, da er aufgrund seines Gewichtes in den Meeresboden
einsackt, aber das sind nur Vermutungen).
Er zählt zu den „schlafenden“ Vulkanen, was so viel
bedeutet, dass er seit ca. 4000 Jahren nicht mehr ausgebrochen ist. Da so eine
Ruhephase eines Vulkanes aber schon mal so um die 4500 Jahre andauern kann,
gilt er im wissenschaftlichen Sinn noch nicht als erloschener Vulkan.
Für die traditionell hawaiianische Spiritualität gilt der
Gipfel als einer der heiligsten Orte überhaupt, weshalb einige Gipfelpfade auch
nicht betreten werden dürfen. Darüber hinaus ist er der wichtigste Ort für die
moderne Astronomie. Auf dem Gipfel befindet sich die weltweit größte Ansammlung
riesiger Observatorien aus 12 verschiedenen Nationen der Erde, die zusammen die
größte Sternwarte der Welt bilden.
Zum Glück kann man den Pfad mit einem Allrad-Jeep
hinauffahren, sodass wir innerhalb von ca. einer Stunde die 4000 Höhenmeter
überwinden konnten, um den Sonnenuntergang zu schauen (wie wir es uns zumindest
vorgenommen hatten). Aber wie das im Leben ab und zu so ist: man kann nicht
immer Glück haben (und ich würde behaupten, bisher hatten wir recht viel).
Es war demnach ziemlich bewölkt und wir konnten nicht so viel sehen wie
erhofft. Aber schön war es trotzdem!
| Innerhalb von kürzester Zeit vom Bikini in die Wintersachen: frostige 2°C und eisiger Wind herrschten auf dem Gipfel |
Im Visitor Center auf knapp 2800m Höhe werden jeden Abend
nach Einbruch der Dunkelheit Teleskope ausgerichtet. Hier konnten wir dann am späten
Abend den Mond, den Jupiter mit 4 seiner Monde (er hat insgesamt 67 Monde) und
ein Sternbild sehen. Mehr war aufgrund der Bewölkung leider nicht drin, aber
selbst das war schon beeindruckend. Und da seit der Ankunft auf Big Island
sowieso nur noch geografisches Herzrasen angesagt ist, hat das auch völlig
gereicht!
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