Freitag, 10. April 2015

The Rock Tour Tag 1


Ein zweistündiger Flug brachte uns am Donnerstag von Adelaide nach Alice Springs. Die Stadt liegt inmitten des australischen Outbacks und dient als perfekter Ausgangspunkt für eine Tour zum Ayers Rock – dem Wahrzeichen Australiens. Nach einigem Hin und Her hatten wir uns entschlossen, das Outback mit einer dreitägigen geführten Tour zu erkunden, da es einfach sicherer ist, als die Reise in die Wüste auf eigene Faust anzutreten.

Alice Springs an sich hat mit seinen 25 000 Einwohnern nicht allzu viel zu bieten. Geschockt hat uns auch zunächst der Anblick der zahlreichen, am Straßenrand herumlungernden Aborigines. Laut Reiseführer und allen in Alice Springs lebenden Australiern, sollte man nach Einbruch der Dunkelheit keinesfalls auf der Straße sein.

Los ging es also am Freitagmorgen 5.20 Uhr mit unserer Gruppe, bestehend aus 21 Reisenden plus unserem Guide Adam. Adam sollte für die nächsten 60 Stunden unser Fahrer, Koch, Ranger, DJ und Animateur sein und dem war auch so. Echt Wahnsinnsjob, was er da jeden Tag leistet, immerhin standen 1500 Kilometer auf dem Plan.



Nach einer langen Fahrt mit kleineren Pausen kamen wir gegen 11 Uhr am Uluru, besser bekannt als Ayers Rock an. Zunächst überraschte uns seine unheimliche Größe, auf den Bildern sah er immer so klein aus…


Dort angekommen besuchten wir das Cultural Center der Aborigines, denen der Ayers Rock erst seit 1985 wieder gehört. Um das Gebiet hat es in der Vergangenheit (ab 1873) blutige Kämpfe zwischen den Ureinwohnern und den dort eingetroffenen Weißen gegeben, da die Weißen mal wieder versuchten, das Land an sich zu reißen. Seit der Rückgabe des Landes an die eigentlichen Eigentümer verwalten diese das Reservat gemeinsam mit Parks Australia. Im Cultural Center lernten wir viel über tjukurpa, das Gesetz, die Religion und das Brauchtum der Aborigines.

Der riesige Monolith ist 3,6 Kilometer lang, ragt 348m aus der Erde und weitere 6 Kilometer in die Erde hinein. Aufgrund der unglaublichen Größe dieses Inselberges, die die Natur hier erschaffen hat und der kulturellen Bedeutung für die dort lebenden Aborigines besitzt der Ayers Rock gleich zwei UNESCO-Welterbetitel. (Insgesamt gibt es auf der Erde nur 15 Stätten mit diesem Status).



Zusammen mit unserem Guide wanderten wir innerhalb von 1,5 Stunden eine dreiviertel Runde um den rotbraunen Felsen. Dabei bekamen wir seine unheimliche Größe erst richtig zu spüren. Adam erklärte uns spannende Dinge rund um die Kultur (einschließlich der grausamen Bestrafungen) der Aborigines und wie sie sich die Natur für Nahrungsmittel und Medizin zu Nutze machen. 
Von jeder Seite sieht es anders aus.
Rundherum gibt es nichts als Sand und ein paar karge Bäume.

Nach dem Glauben der Aborigines darf der Ayers Rock nicht bestiegen werden, da er für sie heilig ist. Überall im Park und im Besucherzentrum weisen Schilder darauf hin und erklären die Gründe der Aborigines dafür. Leider gibt es dennoch einige Touristen, die scheinbar ihr Gehirn in ihrem Heimatland gelassen haben und so respektlos handeln, wie ihr auf dem Foto sehnen könnt. 
Am Abend schauten wir den Sonnenuntergang, was ziemlich beeindruckend war, da der Felsen im schwindenden Sonnenlicht seine Farbe von Rot zu Braun ändert.


Alan kochte derzeit ein fabelhaftes Abendessen für uns und belieferte uns mit gekühltem Bier.
Susi und Emely aus Kanada

  


Andere hatten auch die Idee hier den Sonnenuntergang zu schauen:-)
Angekommen im Camp begannen wir unser Schlaflager für die Nacht herzurichten. Wir wollten (bzw. mussten) im Swag unter freiem Himmel schlafen. Ein Swag ist eine Art Schlafsack, der eine Schaumstoffmatte enthält und in den man einen richtigen Schlafsack einbaut. Das Gute an der Sache: man muss nicht großartig erst ein Zelt aufbauen. Das weniger Gute: man ist den Schlangen, Spinnen und Dingos direkt ausgeliefert. Aus diesem Grund sollte man neben seinem Swag, also quasi auf dem Nachttischschrank, immer einen so genannten „Dingo-go-away-stone“ haben (= Dingo-hau-ab-Stein).

Allerdings vergisst man beim Anblick des Sternenhimmels im Outback eh jegliche Tiere um sich herum, da man die Zeit braucht, um die vielen Sternschnuppen, das Kreuz des Südens und die sehr sehr helle Milchstraße zu bestaunen.



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