Ein zweistündiger Flug brachte uns am Donnerstag von
Adelaide nach Alice Springs. Die Stadt liegt inmitten des australischen
Outbacks und dient als perfekter Ausgangspunkt für eine Tour zum Ayers Rock – dem Wahrzeichen
Australiens. Nach einigem Hin und Her hatten wir uns entschlossen, das Outback
mit einer dreitägigen geführten Tour zu erkunden, da es einfach sicherer ist,
als die Reise in die Wüste auf eigene Faust anzutreten.
Alice Springs an sich hat mit seinen 25 000 Einwohnern nicht
allzu viel zu bieten. Geschockt hat uns auch zunächst der Anblick der
zahlreichen, am Straßenrand herumlungernden Aborigines. Laut Reiseführer und
allen in Alice Springs lebenden Australiern, sollte man nach Einbruch der
Dunkelheit keinesfalls auf der Straße sein.
Los ging es also am Freitagmorgen 5.20 Uhr mit unserer
Gruppe, bestehend aus 21 Reisenden plus unserem Guide Adam. Adam sollte für die
nächsten 60 Stunden unser Fahrer, Koch, Ranger, DJ und Animateur sein und dem
war auch so. Echt Wahnsinnsjob, was er da jeden Tag leistet, immerhin standen
1500 Kilometer auf dem Plan.
Nach einer langen Fahrt mit kleineren Pausen kamen wir gegen
11 Uhr am Uluru, besser bekannt als Ayers Rock an. Zunächst überraschte uns
seine unheimliche Größe, auf den Bildern sah er immer so klein aus…
Dort angekommen besuchten wir das Cultural Center der
Aborigines, denen der Ayers Rock erst
seit 1985 wieder gehört. Um das Gebiet hat es in der Vergangenheit (ab 1873) blutige
Kämpfe zwischen den Ureinwohnern und den dort eingetroffenen Weißen gegeben, da
die Weißen mal wieder versuchten, das Land an sich zu reißen. Seit der Rückgabe
des Landes an die eigentlichen Eigentümer verwalten diese das Reservat gemeinsam
mit Parks Australia. Im Cultural Center lernten wir viel über tjukurpa, das Gesetz, die Religion und
das Brauchtum der Aborigines.
Der riesige Monolith ist 3,6 Kilometer lang, ragt 348m aus
der Erde und weitere 6 Kilometer in die Erde hinein. Aufgrund der unglaublichen Größe dieses Inselberges, die die Natur hier erschaffen hat und der kulturellen Bedeutung für
die dort lebenden Aborigines besitzt der Ayers
Rock gleich zwei UNESCO-Welterbetitel. (Insgesamt gibt es auf der Erde nur
15 Stätten mit diesem Status).
Zusammen mit unserem Guide wanderten wir innerhalb von 1,5
Stunden eine dreiviertel Runde um den rotbraunen Felsen. Dabei bekamen wir
seine unheimliche Größe erst richtig zu spüren. Adam erklärte uns spannende
Dinge rund um die Kultur (einschließlich der grausamen Bestrafungen) der
Aborigines und wie sie sich die Natur für Nahrungsmittel und Medizin zu Nutze
machen.
| Von jeder Seite sieht es anders aus. |
| Rundherum gibt es nichts als Sand und ein paar karge Bäume. |
Nach dem Glauben der Aborigines darf der Ayers Rock nicht
bestiegen werden, da er für sie heilig ist. Überall im Park und im Besucherzentrum
weisen Schilder darauf hin und erklären die Gründe der Aborigines dafür. Leider
gibt es dennoch einige Touristen, die scheinbar ihr Gehirn in ihrem Heimatland
gelassen haben und so respektlos handeln, wie ihr auf dem Foto sehnen könnt.
Am Abend schauten wir den Sonnenuntergang, was ziemlich
beeindruckend war, da der Felsen im schwindenden Sonnenlicht seine Farbe von
Rot zu Braun ändert.
Alan kochte derzeit ein fabelhaftes Abendessen für uns und
belieferte uns mit gekühltem Bier.
| Susi und Emely aus Kanada |
Andere
hatten auch die Idee hier den Sonnenuntergang zu schauen:-)
Angekommen im Camp begannen wir unser Schlaflager für die
Nacht herzurichten. Wir wollten (bzw. mussten) im Swag unter freiem Himmel schlafen. Ein Swag ist eine Art
Schlafsack, der eine Schaumstoffmatte enthält und in den man einen richtigen
Schlafsack einbaut. Das Gute an der Sache: man muss nicht großartig erst ein
Zelt aufbauen. Das weniger Gute: man ist den Schlangen, Spinnen und Dingos
direkt ausgeliefert. Aus diesem Grund sollte man neben seinem Swag, also quasi
auf dem Nachttischschrank, immer einen so genannten „Dingo-go-away-stone“ haben
(= Dingo-hau-ab-Stein).
Allerdings vergisst man beim Anblick des Sternenhimmels im
Outback eh jegliche Tiere um sich herum, da man die Zeit braucht, um die vielen
Sternschnuppen, das Kreuz des Südens und die sehr sehr helle Milchstraße zu
bestaunen.
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