Samstag, 16. Mai 2015

Ein kleiner Unfall in der Hauptstadt Vientiane

Zunächst verlief der Tag in Vientiane ganz gut, trotz der eher unbequemen Nacht. Wir wurden (wie immer) am Busbahnhof ausgespuckt, der natürlich (wie immer) meilenweit vom Stadtzentrum entfernt war. Also ging es zunächst in die Verhandlung mit den Tuk-Tuk-Fahrern und wir suchten uns ein nettes Guesthouse im Stadtzentrum.
Nach einem köstlichen französischen Frühstück mit Baguettes, RICHTIGEM Goudakäse (wieder so eine kleine Freude des Backpackerlebens) und Crossaints bummelten wir zum Triumphbogen, der dem in Paris nachgebaut wurde. Hier gilt es allerdings als Siegesdenkmal, welches den gefallenen Laoten der Revolution gewidmet ist. Von oben hatten wir einen schönen Blick über die Stadt.
Hinduistische Symbole schmücken die Decke.
Einer der zahlreichen Straßenhändler.
Auf dem Weg zum Cope Zentrum, welches wir heute besuchen wollten, um uns mit der Bombardierung von Laos durch die Amerikaner auseinander zu setzen, meinte Christian auf einmal, dass er sein Handy runter schmeißen müsse. Das Display zersprang in 1000 Scherben und wir entschieden uns, einen laotischen Apple Store aufzusuchen, was aber auch schon wieder ein Erlebnistrip war.
Leider konnte keiner der "Verkäufer" Englisch, sodass wir wiedermal mit Händen und Füßen unsere Belange klären mussten (aber darin haben wir bereits Übung). Nach einer Stunde und $45 leichter verließen wir den Laden mit einem neuen Handydisplay.

Schon der Eingangsbereich des "Geschäftes" war zum kaputt lachen.


Dann konnten wir uns also endlich auf den Weg zum Cope-Zentrum machen, welches sich mit einem traurigen Kapitel der laotischen Geschichte beschäftigt.
Unterwegs noch schnell beim Straßenhändler ein paar Litchies zum Mittag erstanden.

Laos gehört zu den am  schwersten bombardierten Ländern der Welt. Während des Vietnamkrieges (1955-75) war Laos ein neutraler Staat. Allerdings liegt im Land ein großer Teil des Ho-Chi-Minh-Weges, der von den Vietnamesen als Schmuggelpfad für Waffen genutzt wurde. Aus Rache an den Vietminh ("Liga für die Unabhängigkeit Vietnams") bombardierte die USA Laos mit anhaltenden Flächenbombardements. Pro Einwohner wurden 2,5 Tonnen an Sprengsätzen abgeworfen, das sind mehr Bomben, als im Zweiten Weltkrieg auf Deutschland und Japan fielen.
Seit dem Ende des Krieges sind mehr als 11.000 Menschen, vor allem Kinder, durch diese Bomben getötet oder verletzt worden.
Die roten Flächen sind noch heute voller Bomben.

Die Clusterbomben verleiten oft Kinder, mit ihnen zu spielen, weshalb so viele der Opfer Kinder sind. Ein Großteil der Landbevölkerung ist überhaupt nicht darüber aufgeklärt, in welchem Gefahrengebiet sie leben. Deshlab laufen auch überall Aufklärungskampagnen, die in den Schulen der Dörfer die Bevölkerung informieren. Leider passieren immer noch zahlreiche Unfälle.
Bereits gefundene und entschärfte Bomben.
Das Cope-Zentrum hilft Betroffenen mittels Prothesen ein halbwegs normales Leben zu führen.

Bis heute leistete die USA keine Reparationszahlungen an die Bevölkerung...

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