In Chiang Mai besteht die Möglichkeit, sich mit den Mönchen
zu einem Gespräch zu treffen. Sie stehen interessierten Touristen für Fragen
zum Buddhismus zur Verfügung und wollen dadurch ihr Englisch verbessern.
Gemeinsam mit unserer Bekanntschaft Daniel aus London
machten wir uns also auf den Weg zu einem der Tempel und durften dort für zwei
Stunden unsere Fragen an die Mönche loswerden. Wobei wir uns aber auch über
alles Mögliche mit ihnen unterhalten haben, wie z.B. die Respektlosigkeit und
Unhöflichkeit der chinesischen Touristen. Im Nachhinein wurden wir von einem
der Mönche noch 1,5 Stunden in unterschiedlichen Meditationstechniken
unterrichtet.
| Unterricht im Meditieren. |
Das war für uns eine unheimlich aufschlussreiche Begegnung, denn
wir hätten nicht gedacht, dass die Mönche tatsächlich so „normal“ sind. Das heißt, sie
bewegen sich eigentlich genauso durch die Welt wie wir, gehen im Seven-Eleven
(Supermarkt) einkaufen, fahren Taxi, Bus, Zug und tippen auf ihren Smartphones
rum, um die neusten Nachrichten bei Facebook zu checken.
| "Normale" Mönche mit ihren Smartphones in Bangkok. |
Dennoch unterscheidet sich ihr Alltag stark von unserem.
Jeder Tag eines Mönches läuft gleich ab, so etwas wie Wochenende gibt es nicht:
5.00Uhr morgens aufstehen, gemeinsam mit den anderen Mönchen im Tempel singen
und meditieren, dann gehen sie in die Stadt für ihren täglichen Almosengang.
Dabei bekommen sie von den Dorfbewohnern Essen und andere Kleinigkeiten, denn
ein Mönch verdient kein Geld und lebt nur davon, was ihm die Bevölkerung zukommen
lässt (u.a. auch Spendengelder). Danach geht es zurück in den Tempel zum
Frühstück, bevor sie sich den Studien des Buddhismus widmen (dieses Studium
dauert in der Regel 4 Jahre), was den gesamten Tag bis in die Abendstunden
einnimmt. Am Abend treffen sich die Mönche ein weiteres Mal zum Singen und
Meditieren.
Beim Buddhismus handelt es sich im engeren Sinn um eine
Religion (die viertgrößte nach dem Christentum, Islam und Hinduismus) und noch vielmehr um einen Lebensstil, welcher
auf der Welt insgesamt ca. 500 Mio. Anhänger hat. Es gibt natürlich auch hier
zahlreiche verschiedene Arten, aber im Grunde geht es darum, ein gutes Leben zu
führen, um dann in einem möglichst guten Körper wiedergeboren zu werden. Das
zentrale Motto lautet: „Tue Gutes und dir widerfährt Gutes“. Zu diesem guten Lebensstil gehört z.B. auch, dass ein Buddhist
niemals tötet, nicht einmal eine Mücke oder eine Ameise!
| Unsere gemütliche Plauderrunde. |
Das Ziel der buddhistischen Praxis, v.a. des Meditierens ist
es, einen Erkenntnisgewinn zu erlangen, welches nur gelingt, wenn man den
Verzicht praktiziert, bzw. ein Leben im Überfluss zu vermeiden versucht. Dabei
berufen sich die Anhänger auf die Lehre des Siddhartha
Gautama, der im 6. Jahrhundert v. Chr. gelebt hat und im Buddhismus als „historischer
Buddha“ bezeichnet wird. Diese „Figur“ wird also angebetet (ähnlich wie im
Christentum Jesus Christus).
Allerdings sind die Buddhisten davon überzeugt, dass niemand ihr Leben steuert, sondern nur sie selbst dafür verantwortlich sind, was geschieht. Der historische Buddha wird also nicht aus dem Grund angebetet, weil sie der Meinung sind, er steuere ihr Leben, sondern sie verehren ihn aufgrund seiner guten Taten zu Lebzeiten und sehen ihn vielmehr als Vorbild.
Allerdings sind die Buddhisten davon überzeugt, dass niemand ihr Leben steuert, sondern nur sie selbst dafür verantwortlich sind, was geschieht. Der historische Buddha wird also nicht aus dem Grund angebetet, weil sie der Meinung sind, er steuere ihr Leben, sondern sie verehren ihn aufgrund seiner guten Taten zu Lebzeiten und sehen ihn vielmehr als Vorbild.
Aufgrund der Lebzeiten dieses Buddhas ist die Zeitrechnung
in Thailand eine andere. Im April, als das thailändische Neujahrsfest gefiert
wurde, begann hier das Jahr 2558.
Wie wird man ein Mönch?
Jeder Junge, der aus einer buddhistischen Familie stammt,
muss einmal in seinem Leben für mindestens 4 Wochen als Mönch in einem Tempel
leben. Danach kann es selbst entscheiden, ob er Mönch werden
möchte. Dafür gibt es keine Altersbeschränkung, sondern es richtet sich nach
der Reife des Jungen. Im Allgemeinen können die Jungen ab dem 10. Lebensjahr in
einen Tempel ziehen. Dann sind sie für zwei Jahre sogenannte Novize, also
Anwärter, bevor sie sich als richtige Mönche bezeichnen dürfen. Bei einem
unserer Mönche war es allerdings so, dass er erst mit 19 Mönch wurde, da seine
Familie ihn möglichst lange bei sich behalten wollte.
| Kindermönch in der 4wöchigen "Testphase" |
P.S.: Diesen Kindermönch haben wir in Bangkok in einem Tempel beobachtet. Zu diesem Zeitpunkt haben wir allerdings noch nicht gewusst, dass jeder Junge die 4wöchige Mönchphase durchlaufen muss und erst danach entscheidet, ob er Mönch werden möchte. Dieser kleine Junge hier schien extrem genervt und lief seinem Vater (der übrigens kein Mönch war) nur widerwillig hinterher, was wir ziemlich erheitert beobachtet haben. Gleichzeitig haben wir uns aber auch gefragt, warum er ein Mönch ist, wenn ihm das scheinbar keinen Spaß bereitet. Nun wissen wir, dass er die Pflicht eines buddhistischen Jungen erfüllt hat und wir gehen mal davon aus, er wird sich gegen ein Leben als Mönch entscheiden ;-)
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