Unsere Reise nach Luang Prabang in Laos lief zunächst
ganz entspannt. Am ersten Tag ging es mit dem Minibus bis zur
thailändisch-laotischen Grenze. Unterwegs besuchten wir noch den White Temple,
der völlig unseren Erwartungen widersprach. Der Tempel sah aus, wie für einem
Science Fiction Film gebaut, soll jedoch laut dem Architekten den Buddhismus
(wenn auch in anderer und interpretativer Form) repräsentieren.
| Das ziemlich skurrile Anwesen des Wihte Temple. |
In der Grenzstadt Chiang
Khong verbrachten wir eine Nacht im Guesthouse, von wo aus es am nächsten
Morgen zu Grenze gehen sollte. Am Abend machten wir noch einen kleinen
Spaziergang am Mekong, um schon mal nach Laos rüber zu winken.
Für Viola und Gottfried haben wir gleich noch den
Mekongradweg fotografiert. Falls euch in Deutschland mal die Radwege ausgehen
;-)
Ein paar weitere Eindrücke aus Chiang Khlong:
| Grillstand eines Straßenhändlers. |
Nach einer sehr unbequemen Nacht in einem Brett, äh
Bett, ging es am nächsten Morgen zur Grenze. Da jeder der Reisenden, der nach
Laos einreisen wollte, ein Visa bei der Einreise inklusive Passbild beantragen
muss, dauerte die Prozedur einfach nur ewig. Danach wollte die Dame vom
Ticketservice für das Boot unsere Reisepässe einsammeln. Für uns ein absolutes
No-Go, denn die oberste Regel bei Reisen
wie diesen lautet: gib niemals deinen Reisepass aus der Hand! Aber wir
hatten keine Wahl. Ihre Begründung lautete, dass wir sonst keine Sitzplätze auf
dem Boot bekommen, da sie den Pässen die Sitznummern zuteillt. Auf dem Boot
angekommen, stellte sich heraus, dass dies die dümmste Ausrede überhaupt war.
Das Boot war schon fast restlos gefüllt und die Passagiere auf unseren
Sitznummern meinten, dass ihnen gesagt wurde, sie sollen sich einfach
hinsetzen, wo sie wollen. Herrlich :-)
| Endlich auf dem Boot! |
| Zwischendurch die Zeit nutzen zum Blog schreiben. |
Nach einer 7stündigen gemütlichen Fahrt auf dem Mekong
kamen wir in einem kleinen Dorf namens Pakbeng an. Dieser Ort ist immer der
Zwischenstopp für die 2tägige Mekongreise, weshalb die Einwohner für uns einen
ziemlich genervten Eindruck gemacht haben und auch die Preise waren alles
andere als für die laotischen Verhältnisse als normal zu bezeichnen.
Natürlich führte unser erster Weg zum Geldautomaten,
wo wir 1 Mio laotische KIP abhoben. Yeah!!! Jetzt sind wir Millionäre! (Naja, nicht
ganz. Umgerechnet sind dies ca. 100€.) Verglichen mit den Laoten sind wir in deren Augen aber
dennoch Millionäre. Das Land zählt zu den 20 ärmsten Nationen weltweit.
Jeder 5. Laote ist unterernährt und rund 30% haben keinen angemessenen Anschluss an die Trinkwasserversorgung. Allerdings will sich der Staat bis 2020 mit der Hilfe Chinas und der USA von
diesem Status befreien und scheint (von dem, was wir bisher über Laos erfahren und gelesen haben) auf einem guten Weg zu sein.
| Erster Zwischenstopp: das Dorf Pakbeng. |
| Bootsanlegestelle in Pakbeng |
Bis wir endlich ein Zimmer in unserem Guesthouse
bekamen, verging eine weitere Stunde: Insgesamt mussten wir vier Mal das Zimmer
wechseln, bis wir endlich eines bekamen, in dem das Licht funktionierte. Kurz
darauf gab es einen Stromausfall im gesamten Dorf und wir saßen wieder im
Dunkeln.
An diesem Abend bestand unsere Aufgabe noch darin
herauszufinden, zu welcher Zeit das Boot morgen ablegt. Unsere Gastmama meinte
9.30h, Leute im Dorf meinten 9.00Uhr. Eine Gruppe Franzosen, die mit uns auf
dem Boot waren meinte 10.30Uhr und ein paar andere 7.30Uhr.
Hm...wir entschieden
uns dann dafür, etwas zeitiger los zu gehen, da wir am Vortag schon keine Plätze
nebeneinander hatten und das heute gerne ändern wollten.
| Verkaufsstände der Dorfbewohner. |
| Gegrillt wurde auch gleich früh morgens. |
Schlussendlich ging es dann 9.00Uhr los und wir waren
froh, nicht auf unsere Gastmutti gehört zu haben.
Die Fahrt mit dem Boot entlang des Mekongs ist
ziemlich entspannend und aufgrund des Fahrtwindes entgeht man auch der Hitze
von immer noch 38°C. Unterwegs konnten wir schon einige Einheimische in ihrem
Alltagsleben beobachten.
| Zeitvertreib ;-) |
In Luang Prabang setzte uns das Boot dann aber nicht
wie erwartet an der Anlegestelle in der Stadt ab, sondern 10 Kilometer
außerhalb des Zentrums, damit die Tuk-Tuk-Fahrer auch noch was davon haben! Das
alles ist ja auch gar nicht mal so schlimm, sie haben halt den Tourismus als
Goldgrube erkannt und uns tuen die 2€ für die Fahrt auch nicht wirklich weh.
Wenn sie nur wenigstens ehrlich zu uns wären. Da die Geldscheine mit den
endlosen Nullen ja neu für uns sind, nutzen die Männer das am Ticketschalter
schamlos aus. Wir sollten für die Fahrt 40.000 KIP bezahlen, hatten aber nur
einen 50.000 KIP-Schein und bekamen einen 1.000 KIP-Schein zurück. Zum Glück
hat Susi das gleich bemerkt und wollte nun den richtigen Schein haben. Daraufhin
wollte der Mann weitere 10.000 haben, um uns 20.000 heraus zu geben. Das ganze
dauerte eine Weile und plötzlich meinte er, es stimmt alles und wir bekommen
kein Wechselgeld mehr. Nach harten Diskussionen bekamen wir dann endlich unser
Geld zurück und gerade in dem Moment kam eine unserer Bekanntschaften vom Boot
und hat auch den Fehler bemerkt (er hat ebenfalls einen blauen 1.000er als
Wechselgeld bekommen, der dem blauen 10.000er sehr ähnlich sieht). Er hatte
leider kein Glück, weil er den Betrug erst zu spät bemerkt hat.
Nun ja, im Reiseführer steht, dass die Laoten die
freundlichsten Gemüter ganz Asiens seien…leider konnten wir das noch nicht
feststellen, aber wir haben ja noch ein bisschen Zeit.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen