Dienstag, 12. Mai 2015

Mekongreise von Thailand nach Laos



Unsere Reise nach Luang Prabang in Laos lief zunächst ganz entspannt. Am ersten Tag ging es mit dem Minibus bis zur thailändisch-laotischen Grenze. Unterwegs besuchten wir noch den White Temple, der völlig unseren Erwartungen widersprach. Der Tempel sah aus, wie für einem Science Fiction Film gebaut, soll jedoch laut dem Architekten den Buddhismus (wenn auch in anderer und interpretativer Form) repräsentieren. 
Das ziemlich skurrile Anwesen des Wihte Temple.

In der Grenzstadt Chiang Khong verbrachten wir eine Nacht im Guesthouse, von wo aus es am nächsten Morgen zu Grenze gehen sollte. Am Abend machten wir noch einen kleinen Spaziergang am Mekong, um schon mal nach Laos rüber zu winken. 



Für Viola und Gottfried haben wir gleich noch den Mekongradweg fotografiert. Falls euch in Deutschland mal die Radwege ausgehen ;-)

Ein paar weitere Eindrücke aus Chiang Khlong:
Grillstand eines Straßenhändlers.
Nach einer sehr unbequemen Nacht in einem Brett, äh Bett, ging es am nächsten Morgen zur Grenze. Da jeder der Reisenden, der nach Laos einreisen wollte, ein Visa bei der Einreise inklusive Passbild beantragen muss, dauerte die Prozedur einfach nur ewig. Danach wollte die Dame vom Ticketservice für das Boot unsere Reisepässe einsammeln. Für uns ein absolutes No-Go, denn die oberste Regel bei Reisen  wie diesen lautet: gib niemals deinen Reisepass aus der Hand! Aber wir hatten keine Wahl. Ihre Begründung lautete, dass wir sonst keine Sitzplätze auf dem Boot bekommen, da sie den Pässen die Sitznummern zuteillt. Auf dem Boot angekommen, stellte sich heraus, dass dies die dümmste Ausrede überhaupt war. Das Boot war schon fast restlos gefüllt und die Passagiere auf unseren Sitznummern meinten, dass ihnen gesagt wurde, sie sollen sich einfach hinsetzen, wo sie wollen. Herrlich :-) 
Endlich auf dem Boot!
Zwischendurch die Zeit nutzen zum Blog schreiben.


Nach einer 7stündigen gemütlichen Fahrt auf dem Mekong kamen wir in einem kleinen Dorf namens Pakbeng an. Dieser Ort ist immer der Zwischenstopp für die 2tägige Mekongreise, weshalb die Einwohner für uns einen ziemlich genervten Eindruck gemacht haben und auch die Preise waren alles andere als für die laotischen Verhältnisse als normal zu bezeichnen.

Natürlich führte unser erster Weg zum Geldautomaten, wo wir 1 Mio laotische KIP abhoben. Yeah!!! Jetzt sind wir Millionäre! (Naja, nicht ganz. Umgerechnet sind dies ca. 100€.) Verglichen mit den Laoten sind wir in deren Augen aber dennoch Millionäre. Das Land zählt zu den 20 ärmsten Nationen weltweit. Jeder 5. Laote ist unterernährt und rund 30% haben keinen angemessenen Anschluss an die Trinkwasserversorgung. Allerdings will sich der Staat bis 2020 mit der Hilfe Chinas und der USA von diesem Status befreien und scheint (von dem, was wir bisher über Laos erfahren und gelesen haben) auf einem guten Weg zu sein.
Erster Zwischenstopp: das Dorf Pakbeng.
Bootsanlegestelle in Pakbeng

Bis wir endlich ein Zimmer in unserem Guesthouse bekamen, verging eine weitere Stunde: Insgesamt mussten wir vier Mal das Zimmer wechseln, bis wir endlich eines bekamen, in dem das Licht funktionierte. Kurz darauf gab es einen Stromausfall im gesamten Dorf und wir saßen wieder im Dunkeln. 
An diesem Abend bestand unsere Aufgabe noch darin herauszufinden, zu welcher Zeit das Boot morgen ablegt. Unsere Gastmama meinte 9.30h, Leute im Dorf meinten 9.00Uhr. Eine Gruppe Franzosen, die mit uns auf dem Boot waren meinte 10.30Uhr und ein paar andere 7.30Uhr. 

Hm...wir entschieden uns dann dafür, etwas zeitiger los zu gehen, da wir am Vortag schon keine Plätze nebeneinander hatten und das heute gerne ändern wollten.
Verkaufsstände der Dorfbewohner.
Gegrillt wurde auch gleich früh morgens.
Morgendlicher Nebel in den Bergen.
Schlussendlich ging es dann 9.00Uhr los und wir waren froh, nicht auf unsere Gastmutti gehört zu haben.

Die Fahrt mit dem Boot entlang des Mekongs ist ziemlich entspannend und aufgrund des Fahrtwindes entgeht man auch der Hitze von immer noch 38°C. Unterwegs konnten wir schon einige Einheimische in ihrem Alltagsleben beobachten.

Zeitvertreib ;-)
In Luang Prabang setzte uns das Boot dann aber nicht wie erwartet an der Anlegestelle in der Stadt ab, sondern 10 Kilometer außerhalb des Zentrums, damit die Tuk-Tuk-Fahrer auch noch was davon haben! Das alles ist ja auch gar nicht mal so schlimm, sie haben halt den Tourismus als Goldgrube erkannt und uns tuen die 2€ für die Fahrt auch nicht wirklich weh. Wenn sie nur wenigstens ehrlich zu uns wären. Da die Geldscheine mit den endlosen Nullen ja neu für uns sind, nutzen die Männer das am Ticketschalter schamlos aus. Wir sollten für die Fahrt 40.000 KIP bezahlen, hatten aber nur einen 50.000 KIP-Schein und bekamen einen 1.000 KIP-Schein zurück. Zum Glück hat Susi das gleich bemerkt und wollte nun den richtigen Schein haben. Daraufhin wollte der Mann weitere 10.000 haben, um uns 20.000 heraus zu geben. Das ganze dauerte eine Weile und plötzlich meinte er, es stimmt alles und wir bekommen kein Wechselgeld mehr. Nach harten Diskussionen bekamen wir dann endlich unser Geld zurück und gerade in dem Moment kam eine unserer Bekanntschaften vom Boot und hat auch den Fehler bemerkt (er hat ebenfalls einen blauen 1.000er als Wechselgeld bekommen, der dem blauen 10.000er sehr ähnlich sieht). Er hatte leider kein Glück, weil er den Betrug erst zu spät bemerkt hat. 

Nun ja, im Reiseführer steht, dass die Laoten die freundlichsten Gemüter ganz Asiens seien…leider konnten wir das noch nicht feststellen, aber wir haben ja noch ein bisschen Zeit.

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