Freitag, 12. Juni 2015

Die Cu Chi Tunnels

Den heutigen Tag wollten wir nutzen, um uns ein wenig mit der Geschichte des Vietnamkrieges auseinander zu setzen. Der Vietnamkrieg startete 1955  zunächst als Bürgerkrieg aufgrund der Teilung des Landes in Nord- und Südvietnam. Später mischten die USA, China und die Sowjetunion auf unterschiedlichen Seiten mit. Der Krieg wird deshalb auch als „Zweiter Indochinakrieg“, bzw. von Seiten der Vietnamesen als „Amerikanischer Krieg“ bezeichnet. Bis zu seinem Ende 1975 starben mehr als 5,5 Millionen Vietnamesen und mehrere Millionen wurden aufgrund der zahlreichen Bombardements der USA verstümmelt oder sind Opfer des Entlaubungsmittels Agent Orange (ebenfalls durch die USA eingesetzt) geworden. 

Die Cu Chi Tunnel sind deshalb so wichtig, weil sie den Vietcong ermöglichten die Kontrolle über ein großes Gebiet nur wenige Kilometer von Saigon zu übernehmen. Für unsere Tour dorthin hatten wir durch Zufall den gleichen Guide, wie bei unserem Ausflug ins Mekongdelta, was für beide Seite ein lustiges Wiedersehen war.
Das unterirdische Tunnelsystem erstreckte sich einst über 300 Kilometer durch das Land bis hin zur kambodschanischen Grenze. Heute ist ein kleiner Teil für Touristen zugänglich. 
Mit diesen Konstruktionen wurden die amerikanischen Soldaten bekämpft.
Einer der Tunneleingänge - für die Vietnamesen genau die richtige Größe, für die Amerikaner keine Chance reinzukommen.
Ein weiterer Tunneleingang.
 In den Tunneln war es extrem eng und stickig. Wir konnten uns nur in der Hocke fortbewegen und waren echt froh, als wir nach 10 Minuten wieder draußen waren. Man bekam aber ein gutes Gefühl dafür, wie anstrengend es für die vietnamesischen Soldatengewesen sein muss, sich hier drin aufzuhalten. Innerhalb der Tunnelsysteme gelang es ihnen Waffen oder andere Güter zu transportieren ohne von den Amerikanern entdeckt zu werden.
Für die Touristen wurden die Gänge übrigens vergrößert, kaum zu glauben, dass es noch enger gewesen sein soll...
Im Anschluss besuchten wir noch das Kriegsmuseum in der Stadt. Dort bekamen wir schreckliche Bilder geboten, die vor allem die Grausamkeit der Amerikaner in diesem Krieg zeigten. Durch das Entlaubungsmittel Agent Orange kommt es bis heute zu zahlreichen Missbildungen. Wir sahen Fotos von Kindern, die ohne Arme, ohne Beine oder sogar ohne Augen zur Welt gekommen sind oder auf sonst eine andere fürchterliche Art entstellt sind. Eigentlich alles ein bisschen unvorstellbar, nur leider bezeugten die Fotos die grausame Wahrheit.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit einem Stadtbummel und am Abend gab es dann leider die letzte Nudelsuppe. Morgen geht es dann per Flugzeug 5 Stunden Richtung Norden, nach Peking. Der Wecker klingelt 2.30Uhr und dann gehts ab zum Flughafen.
Zum Abschluss gab es noch ein Kokoseis mit den hier typischen Toppings: Mais, Kokoschips, Reis und Erdnüsse.
Die Sitzmöbel sind genau auf Christians Größe abgestimmt ;-)

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